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Produktentwicklung in 3D: Ist deine Fashion Brand bereit?

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Thore Bischoff
· 4 minute read

3D ist schon seit einiger Zeit auf dem Radar der Modewelt angekommen. Die Vogue bezeichnet 3D bereits als Schlüsseltechnologie für zukünftige Lieferketten; Forbes stuft es als oberste Priorität bei der Kapitalisierung neuer Technologien ein; und McKinsey nennt es eine “Jetzt-oder-nie”-Entscheidung auf der Transformationsreise einer Brand. Das Narrativ ist also eindeutig. Doch in der Realität geht die hohe Erwartungshaltung immer noch mit eher geringer Handlungsbereitschaft einher. 

Selbst die Pandemie, die die innovationsmüde Modeindustrie zumindest in etwas digitalere Fahrwässer lenken konnte, hat der 3D-Implementierung nicht wirklich viel Schwung verliehen. 3D-Softwarelösungen wie Browzwear, CLO3D oder Style3D stehen schon seit geraumer Zeit in voller Funktionalität bereit und warten nur darauf, dass Modeunternehmen auf den Fortschritt vertrauen und den Schritt wagen. Doch ist der Übergang zu 3D wirklich längst überfällig oder ist die abwartende Haltung der meisten Modemarken bei einem so risiko- und kapitalintensiven Investment nachvollziehbar?

Wenn man Frederik Smed fragt, wäre die beste Zeit, um mit 3D zu starten, schon vor zwei Jahren gewesen. Nachdem er in den letzten vier Jahren eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der 3D-Roadmap der dänischen Fashion-Gruppe Bestseller gespielt hat, arbeitet er mittlerweile selbstständig als 3D-Fashion Berater. Wir haben uns mit Frederik auf die Suche nach den Gründen dieses Zögerns begeben, um eine der kontroversesten Fragen zu beantworten, die aktuell jedem Fashion-Executive auf den Lippen brennt: Ist der richtige Zeitpunkt für die Einführung von 3D auch in meiner Brand bereits gekommen?

Frederik, wieso begibst du dich auf diese neue Fashion-3D Reise? 

“Ich habe für mich die Chance gesehen, dass ich mit meinem Erfahrungsschatz aus meiner Zeit bei Bestseller dazu beitragen kann, die ganze Industrie in eine nachhaltigere Richtung zu lenken. Bestseller ist eine der größten Fashion-Gruppen in Dänemark, aber es gibt so viele kleine und mittelständische Unternehmen, die auch von 3D profitieren könnten. Deren Problem ist einfach nur, dass sie nicht das gleiche Budget haben, um Unsummen in die 3D-Umsetzung zu investieren. Genau diesen Brands will ich als zuverlässiger Partner dabei helfen, die richtigen Tools und Skills an die passenden Menschen im Unternehmen weiterzutragen. Ich habe nämlich das Gefühl, dass sich die Modebranche in der jüngsten Vergangenheit nicht wirklich zum Positiven entwickelt hat, obwohl sie eine der umweltschädlichsten Industrien der Welt ist. Meine Mission ist es also, in einer sehr konservativen Branche einige Dinge zum Besseren zu verändern.”

Warum glaubst du, dass die Modeindustrie 3D so zögerlich umsetzt?

“Fast-Fashion hat in den letzten Jahrzehnten immer mehr Druck auf die Geschwindigkeit der eigenen Prozesse ausgeübt. Wir sind so sehr damit beschäftigt, neue Kollektionen zu entwerfen und der Nachfrage hinterherzukommen, dass wir keine Zeit haben, darüber nachzudenken, was eigentlich die klügste Vorgehensweise ist. Anstatt immer härter zu arbeiten, sollten wir vielleicht anfangen, intelligenter zu arbeiten. Ich habe praktisch noch nie eine Modemarke getroffen, die mir nicht gesagt hat, dass sie aktuell super ausgelastet sind. Man kann die Modeindustrie mit einem Hamsterrad vergleichen, das sich immer weiterdreht. Es gibt zu viel Druck, um einmal wirklich innezuhalten und darüber nachzudenken: Sollen wir so weitermachen? Oder sollten wir vielleicht etwas ändern? Das ist übrigens selbst der Fall, wenn ich bereits damit anfange, Leute in 3D einzuarbeiten. Viele werden bei der versuchten Umstellung zu 3D ständig in ihre alten Routinen zurückgedrängt, da sie schon wieder die nächste Deadline im Nacken haben und dann doch wieder zum Altbewährten 2D Design greifen.”

Ist die richtige Zeit, um mit 3D zu starten, trotzdem schon für jeden gekommen?

“Ja, ich denke schon. Vor zwei Jahren wäre es sogar noch besser gewesen. Jeder kann von 3D profitieren, ganz egal wie groß deine Brand ist. Einige Brands meinten schon zu mir: ‘Wir können es uns einfach nicht leisten, so eine teure Hardware bei uns in die Büroräume zu stellen. Wenn wir aber erst einmal nur in der 3D-Software arbeiten könnten und jemanden hätten, der die Formen und Muster für uns vorher anfertigt, wäre uns schon viel geholfen.’ Und genau so eine Zwischenlösung geht beispielsweise immer und birgt ein viel geringeres finanzielles Risiko. Jeder kann also starten, du musst nur den richtigen Ansatz für dich finden.”

Wie würdest du eine Brand überzeugen, die sich noch nicht bereit für 3D fühlt?

“Ich würde vorschlagen, dass sie sich die Menge ihrer eingehenden Samples einmal genauer ansehen, sowie die investierte Zeit hierfür. Wenn sie den Eindruck haben, dass dafür zu viel Zeit drauf geht, ist 3D die Lösung. Denn bei den Versandkosten alleine findet man im Normalfall schon genug Geld, um das 3D-Investment rechtzufertigen. Außerdem hat man durch 3D die Freiheit und Flexibilität, direkt loszulegen und alle möglichen Anpassungen vorzunehmen, ohne dafür auf Samples warten zu müssen.”

Und wo genau können Brands auf ihrer 3D-Reise am besten starten?

“Wenn man sich, wie gerade erwähnt, die Fracht- und Versandkosten anschaut, ergibt es auf jeden Fall Sinn in der Produktentwicklung zu starten. Gerade auch wegen der aktuellen Situation: viele können nicht reisen, um vor Ort die Produktion im Überblick zu behalten. 3D würde hier viel Abhilfe schaffen, gerade bei den Ineffizienzen, die durch Verspätungen bei den Samples entstehen. Natürlich gibt es aber auch in anderen Bereichen viele Vorteile. Sobald du also in der Produktentwicklung den Bogen raus hast, kannst du auch im Sales & Marketing mit 3D ganz neue Wege erschließen.”

 

Nicht jeder muss Frederiks Ansicht teilen, dass die richtige Zeit bereits für jede Fashion Brand gekommen ist. Denn auch das Warten auf praktikablere Use-Cases und Best-Practices hat seine Vorteile. Doch es ist unumstritten, dass 3D auf kurz oder lang die Fashion-Industrie prägen wird, da es komplett neue Wege in der Produktion und Vermarktung eröffnet. Deshalb müssen sich Brands auch besser früher als später mit diesem Wandel auseinandersetzen.

Deshalb hosten wir gemeinsam mit Frederik Smed ein exklusives Webinar zum einfachen Einstieg von Fashion Brands in die 3D-Technologie.

Implementing 3D: A beginner’s guide for fashion brands – wird als Live-Webinar (auf Englisch) am 9. Juni 2022 um 11 Uhr (UTC +2) stattfinden.

Sichere dir über folgenden Link deinen exklusiven Platz für unser Webinar.

 

In unserem Whitepaper ‘3D in der Fashion-Industrie: Der Status Quo’ tauchen wir noch tiefer in die Bedenken und Motivationen von Entscheidungsträgern bei der 3D-Implementierung ein. Außerdem thematisieren wir, wie du deine Reise am besten angehst, sobald für dich die richtige Zeit gekommen ist. Wenn du also mehr darüber erfahren möchtest, wie du einiges an Geld durch eine risikoaverse Implementierungsstrategie sparen kannst, dann klicke auf den nachfolgenden Banner.

 

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